Wo drückt der Schuh bei Handwerk und Dienstleistungsunternehmen?


„Zukunftswerkstatt Handwerk und Dienstleistung“ hieß das Thema, zu dem der CDU-Stadtverband insbesondere St. Ingberter Klein- und Mittelstandsunternehmen sowie Dienstleistungsgewerbe eingeladen hatte, um sich auszutauschen und festzustellen, wo der Schuh drückt. Gastgeber Dieter Philippi erläuterte den beispielhaften Werdegang der Firma Herweck AG, 1985 ganz klein, in beengten Verhältnissen auf einem Dachboden angefangen und derzeit 280 Mitarbeiter mit 400 Millionen Umsatz im Jahr. In seinem Impulsvortrag stellte anschließend der Minister für Finanzen und Europa, Peter Strobel, bezugnehmend auf diesen Erfolg fest, dass man die richtigen Ideen haben und konsequent sein Ziel verfolgen, um jeden Auftrag kämpfen müsse. Der Mittelstand sei wichtig für St. Ingbert, denn er biete zwei Drittel der Arbeitsplätze, sei die Keimzelle von Innovationen.

Landespolitisch informierte er, dass auch St. Ingbert als Kommune ohne Kassenkredite vom Saarlandpakt für Investitionen profitieren werde. Die Digitalisierung stehe besonders auf der Agenda von Ministerpräsident Tobias Hans. Er stellte die Chance St. Ingberts für Wissenschaftler als Stadt mit Nähe zur Universität heraus, mit viel Lebensqualität und der Chance, dass Arbeitsplätze für die Zukunft durch Neugründungen von Firmen geschaffen werden könnten.

OB-Kandidat Ulli Meyer erläuterte, was für ihn „Zusammen.Arbeiten“ bedeute. Sich mit allen, auch Andersdenkenden, die Ideen haben, kritisch auseinanderzusetzen, Anregungen zu durchdenken, das vorhandene Potential auszunutzen. Unter anderem sei arbeiten für ihn, angefangene Projekte zu Ende zu bringen, zielorientierter zu arbeiten, die Betroffenen mit einzubeziehen, lieber Projekte auszuführen statt aufzuschieben. Arbeiten bedeute auch, in die Zukunft zu sehen, die nächsten 10 bis 15 Jahre, Trends zu erkennen für die Schaffung von Arbeitsplätzen. „Wir brauchen Unternehmen mit Ideen wie Firma Herweck und dafür muss eine Stadt gute Rahmenbedingungen schaffen, Genehmigungsverfahren dürfen nicht zu lange dauern. Ohne Arbeiten – kein Ergebnis.“  Als Beispiel für das zielorientierte Zusammenarbeiten von Politik  und Unternehmen sei der Verein Handel und Gewerbe mit der Ingobertusmesse und dem Comittment.

Die anschließende Diskussion im Plenum, moderiert von Heike Hartinger, thematisierte die Punkte „Personal“, „Infrastruktur’“ und „kommunale Verwaltung“, wie es in unserer Stadt damit aussieht und welche Anregungen die Bürger im Gepäck hatten. In der regen Diskussion spielten die Personalengpässe eine Rolle, der Mangel an Fachkräften. Man müsse das St. Ingberter Potential stärker für Arbeitsuchende herausstellen und kommunizieren. Die Anregungen für St. Ingbert drehten sich um die Veranstaltung einer Jobbörse, Messen, Informationen und Präsentationen für Bürger und Neubürger, Imagefilme, Veröffentlichungen auf der Homepage der Stadt, das Bekanntmachen der vielfältigen Unternehmensstruktur in St. Ingbert, stärkere Kooperation zwischen Unternehmen, Handwerk und Schulen sowie Transparenz zu schaffen auf verschiedenen Kommunikationswegen.

Im Bereich der Infrastruktur wurde das Fehlen von Räumlichkeiten für Start-ups moniert, das Fehlen von Wohn- und Gewerbegebieten, die Voraussetzung seien für die Weiterentwicklung von St. Ingbert. Nicht unbedingt die Bebauung von Grünflächen sei dafür geeignet, so Ulli Meyer, sondern man müsse alte Brachflächen revitalisieren, auch sanierungsbedürftige Wohngebiete wie zum Beispiel die Blieskasteler Straße, berücksichtigen –  das Innenministerium biete dazu Förderprogramme – die Stadtmarketing müsse sich stärker um das Leerstandsmanagement kümmern, auch in der Innenstadt. Genannt wurde das ehemalige Sinngebäude (artgleiche Neunutzung). Thema war auch bedürfnisgerechtes Wohnen, nicht nur für Senioren.

Welche Aufgabe kommt nun der kommunalen Verwaltung zu? In der Verwaltung müsste Lösungsfinden statt Problemesuchen Priorität haben, sie müsste sich als Dienstleister verstehen. Die Identität zwischen Stadt und Bürgern müsse gestärkt werden (Ich will in St. Ingbert bleiben). Man müsse informieren über Beratungsmöglichkeiten und Förderprogramme beim Land; da gelte es, Netzwerke anzustoßen, Veröffentlichungen in den Printmedien zu starten. Auch müssten Bürger mehr in Entscheidungen integriert, die Wirtschaftsförderung neu strukturiert werden.

Fraktionsvorsitzender Frank Breinig informierte, dass in den nächste Jahren umfangreiche Sanierungen der Grundschule anstünden.

 

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